Kunstinszenierungen

Andrea Simon vor ihren Werken: „Unvollendet/Unfinished“, 2018 (Fotokunst zusammen mit Andreas J. Etter) und „Corps – Informel – Souvenir“, 2019

Stand der Dinge

Zur Taunus Kunst Triennale zeigen 26 Künstler_innen insgesamt 80 aktuelle Arbeiten zum Ausstellungsthema „Blick auf heute“. Meine Videoinstallation „Corner, poetischer Protest“ (Kamera: Joachim Hopp) wurde von einer unabhängigen Jury ausgewählt.

„Mein Blick auf heute, er geht nach außen und nach innen. Was passiert? Mit uns?
Der Teppich für Bedrohung und Eindringung ist ausgerollt. Stramm marschiert das Öffentliche auf, das Private anzutasten, es zu ent-rüsten. Es kann auch von innen heranschleichen. Als innerer Diktator, dem man niemals genügt.
Von Modediktat und Schönheitswahn bis Fanatismus, staatlicher Gewalt, Machtgier, Kontrolle, Vereinnahmung. Exekutive, gut aus- und aufgerüstete Kräfte haben Zugriff.
Das Private demgegenüber, die Person, ist fragil. Ruht scheinbar wehrlos in einer Wiege guten Willens, gibt sich preis, wird verletzt. Verliert jedoch niemals Würde und Einzigartigkeit. Der individuelle Code bleibt als eine stolze Größe im Gesamten. Jeder fliegende Fetzen trägt die unverwechselbare DNA einer Person und kann ein unberechenbares Agens werden. Wenn das Private und das Öffentliche aufeinanderprallen, dann ist das auch ein poetisches Momentum, mit allen Optionen.
‚Cornern‘ bedeutet u. a. Protest.

Ist Ausdruck von Angstlosigkeit unter Bedrohung. Demonstriert das Private, hat Kraft.
Weltweite Protestbewegungen setzen sich massiven, anonymen verlängerten Armen aus. Bewaffnet, nur mit einer Geste, einer Haltung, einem Gedanken. Mit Hingabe oder Schirm. Menschen halten Stand. Um sie geht es. Ihre Verletzung wandelt sich zur Schönheit einer Blüte … am Boden in einer Ecke.“ (Andrea Simon, aus dem Katalog. Erscheint am 31.1.2020)

Darsteller_innen: Andrea Naumann, Christian Golusda, Karin Kinzel, Herta Biersack, Henrika Fennes-Hössl, Moritz Stoll, Maureen Reil, Ina Sperling, Tobias Klonk, Silke Andreutti. Fotos: Joachim Hopp

UA: Nov. 2019, Stadtmuseum Hofheim am Taunus

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4.Februar – 3. Juni 2020: „INS GRÜNE“. Im Rahmen der von mir kuratierten Ausstellung zeige ich zwei neue Papier- und Textinstallationen „Naturkunde“ und „Ein Gleiches“. MEHR zur Ausstellung

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Aussicht auf 2021: Vom 2. Juli 2021 – 1. August 2021 ist eine Ausstellung „AUF AUGENHÖHE, Andrea Simon: Tanz Bilder Tanz / Fotografien von Andreas J. Etter und Achim Reissner“ in der Stadtgalerie 65812 Bad Soden/Badehaus, geplant. Mit Book Release des neuen Tanzfotografiebildbandes: TANZKIND. Mehr Info ab Mitte 2020.

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Aussicht auf 2020: Am 15. März 2020 um 16 Uhr: „geschichten erzählen …„. Aus der Informelserie zeige ich „I am the ghost“ für eine Tänzerin und einen Kameramann, „Informel gold“ für ein Tanzensemble und die Videokünstler von sound ’n’stone sowie weitere Choreografien und den preisgekrönten Film „Am Anfang hell, am Ende dunkel“. Gäste: Claudia Pense, Nicole Wächtler u.a. Stadthalle, 65719 Hofheim am Taunus. MEHR INFO

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Seit 2019 Beschäftigung mit dem deutschen Informel, gefolgt von einer Serie performativer und installativer Arbeiten, impulsgesteuert, und ohne definiertes Endformat. Beispiele: Informel bleu/ Soloperformance, 2019, UA 12.5.2019. Corps-Informel/ Performance UA: 29.5.2019 … Corps-Informel-Souvenir/ Objekt Videoinstallation, Mai 2019 … Corps- Informel – Souvenir- Moonalien/ Fotokunstserie mit Joachim Hopp, Mai 2019 … es geht weiter …

Corps Informel“, Performance für 3 Tänzerinnen, Folie, Wolle.

Corps Informel Souvenir/ Objekt- Relikt der Performance, Videoinstallation, 2019. Platziert zwischen raumprägendes Fachwerk als Pforte zum Videocontent des Objektkörpers. Foto: J. Hopp

Corps Informel Souvenir – Development into Moonalien (Auswahl aus der Bildserie)

Corps Informel Souvenir MOONALIEN, 2019
Copyrights aller Fotos dieser Serie: Andrea Simon und Joachim Hopp (Kamera)

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Informel bleu, 2019, Soloperformance für 1 Tänzerin, Autopolierfäden, teils gefärbt. Foto: G. Trenk

Mehr Abbildungen der Performance „Informel bleu“ HIER

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Frühere Kunstinszenierungen als Beispiel: 1998 „Fragmente – Das bist Du“/ großformatiges Bodenpuzzle, flankiert von zwei Videos weiblicher und männlicher Körperausschnitte in Aktion mit einem würfelförmigen Raumausschnitt „Graskubus“. 2000 „Insellabyrinth“/ Bodenpuzzle. 2013 „Raumzerteilung“ Styroporblöcke, variables Spiel.

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Seit 1990 versteht Andrea Simon ihre Tanzkunst als interdisziplinär. In bislang über 60 TANZPLAN Produktionen erarbeitet sie ihre Formate als Choreografin, Regisseurin, Installationskünstlerin, Filmemacherin, Setdesignerin, Ausstatterin, und als Autorin. Mit ihrem Label TanzAjour verwirklicht sie Film- und Cross-over Projekte. Seit 2015 ist ein Schwerpunkt die Bildinszenierung im Rahmen ihrer über 30-jährigen Zusammenarbeit mit dem Fotografen und Videografen Andreas J. Etter. Architekturbezogene Raumbespielungen und Videoinstallationen ergänzen ihr dennoch stets offen bleibendes Portfolio. Zwei große Bildbandveröffentlichungen gehören ebenfalls dazu. Band 1 Band 2 Ein Hörbuch liegt vor, und ein weiterer Bildband ist in Arbeit. Ab 2019 wendet sie sich vor allem installativen und performativen Kunstinszenierungen zu. Vita

Beispiele für die Bildinszenierungen aus den beiden Bildbänden. Fotos: Andreas J. Etter, 2015-2017. All copyrights reserved. Copying prohibited!